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ISCHIA - Städte und Ansiedlungen
- ISCHIA
BARANO |
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Die Gemeinde Barano liegt in einer der schönsten
Lagen von Ischia. Sie erstreckt sich über ca. 11 km an der Südostseite
der Insel, hat 8500 Einwohner und erreicht eine Höhe bis zu 287 m über
dem Meeresspiegel. In der schönen Bucht von Maronti hat sie einen
eigenen Zugang zum Meer. Das Gemeindegebiet ist in erster Linie hügelig.
Es grenzt im Norden getrennt durch die Monti Trippodi und den Monte
Rotaro an Casamicciola, im Osten im Gebiet des Aquädukts an Ischia, im
Süden im Tal von Bellarita an Serrara Fontana und im Westen Testaccio
über der Bucht von Maronti.
Barano besteht aus mehreren Ortsteilen, die
mit dem Hauptort auch historisch konkurrieren. Das gilt vor allem für
Testaccio. Dieser Ortsteil existierte bereits vor 1786 und gehörte
damals zum „Weiler“ Varrano oder Barano. 1786 wurde Testaccio in den
Rang einer Genossenschaft erhoben, 1806 wurde der Ort genauso wie Barano
eine autonome Gemeinde. Später, d.h.1873, wurde er wieder in Barano
eingegliedert. Zu Testaccio gehören die Gebiete von Chiummano, Piano,
Vatoliere und die Bucht von Maronti. Geschichte und eigenständige
Traditionen, wenn auch weniger bedeutsam, kennzeichnen auch die anderen
Ortsteile von Barano: Buonopane, früher Moropane, Fiaiano, Piedimonte,
das auch das Gebiet von Molare und Matarace umfasst, und Schiappone, das
sich mit den steilen Felsen der Scarrupata bis zur Punta San Pancrazio
ins Meer erstreckt.
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Fährt
man auf der Staatsstraße S.S. n.270 von Serrara Fontana nach Barano,
durchquert man Buonopane. Nicht weit davon befindet sich die
Nitrodiquelle, die bis in die griechische Periode der Insel im 8.
Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden kann. Das Wasser der Quelle
wurde von den Römern als heilig verehrt und unter den Schutz von Apollo
und der Nymphe Nitrodi gestellt, von der sich auch der Name herleitet.
Im archäologischen Nationalmuseum in Neapel werden einige römische
Votivtafeln aufbewahrt, die an der Quelle gefunden wurden. Das
Quellwasser fließt eine Bergschlucht entlang und erreicht das Meer am
Strand von Maronti, dort wo auch das Wasser der thermo-mineralischen
Olmitello oder Dojano-Quelle ins Meer fließt.
Auf
der selben Staatsstraße S.S. n. 270 von Serrara Fontana kommend,
befindet sich kurz vor dem Zentrum von Barano, in 210 m Höhe in einer
Kurve ein wunderschöner Aussichtspunkt über den Strand von Maronti,
der sich von der Punta della Signora bis nach Sant’Angelo erstreckt.
Das
Ortszentrum von Barano bildet die Piazza San Rocco, mit der
gleichnamigen Kirche aus dem XVI. Jahrhundert und der gegenüber
liegenden Pfarrkirche San Sebastiano Martire mit ihrem hohen Kirchturm
auf einem Pyramidenstumpfsockel. Um den Platz herum finden sich kleine,
einfache Geschäfte, ein Restaurant und eine Bar, in der die Männer des
Ortes die Wintermonate mit Kartenspielen verbringen, daneben ein
Parkplatz. Von diesem Platz führen zahllose kleine Straßen und Treppen
ins Ortsinnere. Überquert man die Piazza San Rocco und geht in Richtung
Meer den Berg hinunter, erreicht man den alten Ort Testaccio mit seinem
Verteidigungsturm aus dem 15. Jahrhundert. Dieser viereckige Turm ist
heute eine Ruine. In bestem Zustand jedoch befindet sich die nicht weit
entfernt liegende Pfarrkirche San Giorgio, dem Patron der früheren
Gemeinde geweiht. Diese Kirche ist wahrscheinlich älter als die Kirche
von Barano und wird auf das Ende des XV. Jahrhunderts datiert. An die
Pfarrkirche wurde ein privater Betsaal angebaut, der 1763 komplett
renoviert wurde, als das Gebäude von der Kongregation der Santa Maria
di Constantinopoli übernommen wurde. Im Zentrum des Ortes findet sich
die Chiesa dell’Assunta (Maria Himmelfahrt) aus dem 18. Jahrhundert.
An einem Feldweg, auf dem sich das alte „Schwitzbad“ befindet, steht
die Chiesa di Santa Maria delle Grazie, errichtet 1748.
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Der
Ort Testaccio war schon zu der Zeit, als er noch eine eigenständige
Gemeinde war, bekannt für das „Bad von Succelleria“ oder „Succellaro“
und sein „Schwitzbad“. Die Quelle Succellaro, die sich unten am
Meer, am Fuß des gleichnamigen Vorberges befand, ist heute
verschwunden. Nur das Quellwasser von Olmittello oder Dojano fließt
heute noch bis zum Strand von Maronti. 1765 hielt sich General Giorgio
Carafà, der Vizekönig von Palermo, in Testaccio auf und badete im
Wasser dieser Quelle. Zu diesem Zweck ließ er auf eigene Kosten einen
Weg mit Treppen bauen, der auf 150 Metern von Maulbeerbäumen gesäumt
wurde, um den Hügel mit dem Strand von Maronti zu verbinden. Der neue
Weg machte für Einwohner und Waldarbeiter, die unten am Meer im
Quellwasser baden wollten, den langen und gefährlichen Abstieg auf dem
ehemals steilen Pfad überflüssig. Dieser Stufenweg wurde in den
sechziger Jahren zu einer befahrbaren Straße umgebaut, und so kann man
heute den Strand von Maronti bequem auch von Land aus erreichen.
Dieser
Strand ist der größte der Insel: er erstreckt sich über eine Länge
von fast 3 km von der Punta
della Signora bis zu den Fumarolen an der
Grenze zu Sant’Angelo. Seine Breite variierte vor der Aufschüttung im
Jahre 2002 zwischen 16 und 70 m. Läuft man den Strand vom Ende der Straße
(unterhalb von Testaccio) in Richtung Sant’Angelo entlang an den
Strandbädern vorbei, stößt man auf den breiten Felsdurchbruch von
Acquara, der das lauwarme Quellwasser von Olmitello (oder Dojano) und
Nitrodi ins Meer leitet. Läuft man nochmals 260 m weiter, erkennt man
im Felsen einen ca. 30 m breiten Spalt. Hier mündet das
thermisch-mineralisches Quellwasser von Cava Scura ins Meer.
Die anderen Ortsteile, die das Gebiet von Barano ergänzen, sind
Schiappone an den Hängen des Monte Vezzi, wo noch heute eine Kirche und
eine Einsiedelei Ziel von Pilgerfahrten sind, und schließlich Fiaiano.
Diesen Ort erreicht man auf der Provinzstraße mit wunderschöner
Aussicht, die von Casamicciola nicht weit vom Monte Rotaro durch das
Gebiet des Cretaio nach Piedimonte verläuft. Sie führt auch an der
Chiesa del Santissimo Crocifisso (des Geheiligten Gekreuzigten) vorbei,
die 1731 erbaut, vom Erdbeben 1883 zerstört und anschließend wieder
aufgebaut worden war.
Das Gebiet von Fiaiano, mit der kleinen Pfarrkirche Sant’Anna aus dem
17. Jahrhundert und der Chiesa della Madonna delle Grazie aus der Mitte
des 18. Jahrhunderts, war das Kerngebiet des großen Vulkanausbruchs von
1301, der große Teile der Insel in Mitleidenschaft zog. Am 18. Januar
1301 öffnete sich an den Hängen des Monte Trippodi ein tiefer Krater,
aus dem sich ein riesiger Lavastrom ergoss.
Nachdem die glühende Flut endlich erkaltet war, bekam die Lavazunge den
Namen L’Arso (Verbranntes). Heute ist sie mit den berühmten Pinien
bewachsen, die der neapolitanische Hofbotaniker Giovanni Gussone
zwischen 1853 und 1855 pflanzen ließ. Leider zeigen die Bäume seit
einigen Jahren Krankheitssymptome, die von Behörden und privaten
Vereinigungen mit Hilfe von Experten bekämpft werden.
Nach der Katastrophe von 1301 erlebten die Einwohner von Barano ein
weiteres tragisches Ereignis: den Überfall des Piraten Barbarossa, der
1544 auf der ganzen Insel wütete und Tausende von Menschen in die
Sklaverei verschleppte. Aber die Schönheit des Ortes, die Fruchtbarkeit
des Bodens, die frische Luft und die heilsamen Quellwasser von Nitrodi
zogen neue Bewohner an. 1857 schrieb der Historiker Jasolino, dass
Barano nach Forio der meist bevölkerte Ort der Insel sei. Doch die
Probleme hörten nicht auf: erst das fatale Erdbeben von 1883, dann
mussten die Weinberge nach Einfall der Schildlaus aufgegeben werden. Der
Wiederaufbau der Gemeinde war langwierig und schwer, aber wieder einmal
erkannte die Bevölkerung die natürlichen Schätze des Gebietes, die
auch heute noch die Hauptattraktion der Gemeinde sind, zusammen mit
einigen folkloristischen Traditionen, vor allem dem Jahrhunderte alten
Stocktanz „’Ndrezzata“. |
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